Was macht unsere Wirbelsäule so elastisch
Die Bandscheiben
Die Pufferscheiben heißen auch Bandscheiben. Sie bestehen aus Knorpel und haben einen harten Kern. Es ist unsere Lebensaufgabe, sie elastisch zu halten. Nur durch Bewegung können die Bandscheiben Wasser und Nährstoffe aufnehmen. Sonst werden sie spröde wie ein trockener Schwamm. Sie können die Stöße nicht mehr auffangen und erhalten Risse oder werden aus ihrem Fach herausgequetscht. Dann versteift dieses Bewegungselement. Schon vorher treten heftigste Schmerzen auf.
Jeweils zwei Wirbelkörper sind außerdem mit Gelenken verbunden, eins links, eins rechts. Diese niedlichen kleinen Gelenke können sich entzünden und Arthrose bekommen. Das schmerzt oft ganz gewaltig.
Die Rückenmuskulatur schützt die Wirbelsäule vor Fehlhaltungen und stützt sie. Sie wird umso härter, je mehr sie die Aufgabe einer schlecht funktionierenden WS übernehmen muss. Auch das verursacht massive Schmerzen.
Stärken Sie Ihre Bauchmuskeln
MERKE: Eine der wesentlichen Voraussetzungen für den aufrechten schmerzfreien Gang ist eine kräftige Bauchmuskulatur
TIPP: Bevor Sie mit dem Training der Rückenmuskulatur beginnen, stärken Sie Ihre Bauchmuskeln.
Die Bauchmuskeln sind das Stütz-Korsett der LWS und somit eine der wesentlichen Voraussetzungen für aufrechten Gang, eine elastische, federnde WS, eine gerade Haltung und gut durchblutete Organe.
Was hat die Wirbelsäule mit den Organen zu tun?
Zwischen zwei Wirbelkörpern treten jeweils nach links und rechts Nerven aus dem Wirbelkanal aus. Sie stammen aus dem Rückenmark, das vom Gehirn bis in den untersten Wirbel die Hohlräume der Wirbel durchzieht, wie ein Kabelkanal. In jeder Etage verjüngt sich dieser Kabelbaum, weil er Fasern abgibt, die zu den Organen der betreffenden Ebene ziehen. So wird die Funktion der Organe und deren Durchblutung gesteuert. Kein Organ könnte seine Arbeit verrichten, ohne Nervenimpulse zu erhalten. Das Gehirn könnte seine gigantische Steuerungsaufgabe nicht erfüllen, wenn es nicht laufend über den Funktionszustand der Organe und deren Ergebnisse informiert werden würde.
Das können Sie mit Übungen der Bauchmuskulatur verbessern. Klingt das nicht unglaublich? Es gehören schon ein paar andere Dinge zu einer gesunden Wirbelsäule:
Tipps für eine gesunde Wirbelsäule
Tipps für eine gesunde Wirbelsäule mit gesunden Bandscheiben:
Bauchmuskeltraining (s.o.); vergessen sie sogenannte „Sit-ups“, bei denen man sich, auf dem Boden liegend, mit dem gesamten Oberkörper aufrichtet und wieder hinlegt. Auch, wenn die Knie dabei angewinkelt sind, ist das eine zu starke Belastung für die Bandscheiben der LWS. Besser: leichtes Anheben des Kopfes bei angewinkelten Knien. Füße haben Bodenkontakt. Die Schulterblätter sollten nicht mehr ganz vom Boden abgehoben werden, noch so gerade den Boden berühren. Die Arme befinden sich angewinkelt neben dem Kopf. Die Hände unterstützen nicht die Aufwärtsbewegung. Diese erfolgt nur aus dem Bauch heraus. Diese Übungkönnen Sie wesentlich öfter machen als das komplette Aufsitzen und einen effektiveren Trainingsreiz erzielen.
Ausgiebige Atembewegungen machen. Durch die Bewegung der Rippen und der Atemmuskulatur wird die WS insgesamt aufgerichtet.
Viel wandern oder „Walking“ betreiben, also schnelles sportliches Gehen. Hierdurch bewegen sie nicht nur fast alle Muskeln des Bewegungsapparates und lockern diese sondern sie aktivieren die Atmung.
Hüpfen und springen Sie wie ein Kind. Das ist stark im Kommen und bessert die Laune. Das Beste daran aber ist, Sie beugen der Osteoporose vor
Klettern festigt die Muskulatur von Armen und Beinen und stärkt das Gleichgewicht
Schwimmen ist der ideale Ausgleich, baut die Rückenmuskulatur auf, verbessert deren Zusammenspiel, die Koordination und löst Verspannungen
Die richtigen Schuhe
TIPP: Die richtigen Schuhe geben guten Halt, lassen die Spreizung des Vorderfusses zu, erhalten die Spannung von vorderem Quergewölbe und Längsgewölbe des Fußes und federn den festen Tritt ab, der sonst ungehindert über die Kniegelenke bis in die untere Lendenwirbelsäule fortgeleitet würde.
MERKE: Jeder noch so kleine Fehler beim Gehen, im Bewegungsapparat, der von Dauer ist, und sei er noch so weit von ihr entfernt, wirkt sich früher oder später auf die WS als Ganzes aus.
Die Folge sind zunächst Verspannungen im Muskelapparat. Erfahrene Krankengymnastinnen können am Zustand der Muskulatur erkennen, welche Fehler gemacht worden sind.
BEACHTE: Am wichtigsten kann also gar nicht die Massage sein, die eventuell lindert, oft aber auch verschlimmert, sondern die Korrektur des Bewegungsablaufes mittels Krankengymnastik (KG) und das Einüben von gesundem Sitzen, Stehen, Gehen, Bücken, Heben und Tragen.
MERKE: Massage können sogar fatale Auswirkungen haben. Sie sind angenehm. Um sie zu erhalten muss der Körper sich nur immer wieder falsch halten und bewegen, um diese „Belohnung“ zu erhalten. Ein falscher Kreislauf. Allerdings können Massagen, hin und wieder bei KG dazwischengeschoben, bei der Lösung alter Verspannungen und dem Einüben neuer Verhaltensmuster unterstützend wirken.